Die ersten Tage…

auf einem anderen Kontinent habe ich nun gemeistert 🙂

Also Flüge mit Qatar Airways sind echt nur zu empfehlen! Am meisten habe ich mich über Kissen, Decke, warme Socken und Zahnbürste gefreut! Auch der kleine Abstecher über Doha gibt interessante Einblicke in eine andere Kultur… Wie braun eine Stadt aus der Luft aussehen kann und dass es Ruheräume mit Liegen gibt, die nur für Männer zugänglich sind. Sehr frech! 😉

Übernachtungsset aus dem FliegerDoha - Katar

Empfangen wurde ich von einem ganz lieben Taxifahrer, der mich zum Guest House in Tamboerskloof gebracht hat.

Blencathra Guest HousePanoramasicht von der Terasse

Am Samstag bin ich den Marsch zum Supermarkt angetreten… also für mich Kleinstadtkind aus dem Flachland war Trier ja schon bergig! Aber gegen den Weg hier in Kapstadt war das gar nichts!!! Geholfen wird einem an jeder Ecke. Selbst beim Obst und Gemüse wiegen kommt jemand angesprungen und steht einem zur Seite. Genauso wenn man nach dem Weg fragt… wenn derjenige es nicht weiß, dann fragt er für dich jeden weiteren Passanten, bis man den sichersten Weg zum Ziel erklärt bekommt. Direkt am zweiten Abend bin ich dann schon mit Klarissa in die Grand West Arena zu meinem allerersten Konzert gefahren! The Fray! Die Location und die Band waren total klasse!

The Fray

Sonntags wollte ich eigentlich den Weg zur Arbeit ablaufen. Allerdings kam dann das hammer mega super Wetter dazwischen, und uns kam die spontane Idee an den Strand zu fahren. Diese Planänderung hat sich definitiv gelohnt! Mit dem Taxi (Man fährt hier alles mit Taxi, da es super günstig und sicher ist) zwischen dem Tafelberg und dem Lion’s Head her geht es auf eine höher gelegene Straße mit Blick auf das Meer runter zum Strand in Camps Bay. Und WOW! Man meint echt, im Paradies gelandet zu sein. Rauschendes Meer, weißer Strand und eine Kulisse mit Lion’s Head, Tafelberg und den Zwölf Apostel. Da vergisst man absolut die Zeit! Nach einem kurzen Bummel an der Promenade mit Mathilde habe ich dann gemerkt, dass ich fix nach Hause muss, um mich umzuziehen und mit Lennart (von Mallorca – die Welt ist so klein) und Annika den Lion’s Head hoch zu klettern um rechtzeitig zum Sonnenuntergang den besten Platz zu ergattern. Diese Idee haben nämlich ziemlich viele! Der Weg dorthin war sehr viel anstrengender und kniffliger als erwartet! Gerechnet habe ich nämlich eher mit einem Wander- und keinem Kletterweg 😛 Aber die Mühe hat sich gelohnt! Der Sonnenuntergang war total romantisch! Wir zwei Mädels waren uns auch ziemlich sicher, dass sich in der Bucht Delphine getummelt haben 😉 Nur Lennart hat uns ausgelacht. Auf dem Rückweg hatten wir dann auch einen weiten Blick über die beleuchtete Stadt, wodurch man sich erst so richtig die Ausweitung der Stadt vorstellen kann.

Blick auf Signal HillSunset on Lion's Head

An meinem ersten Arbeitstag bin ich morgens mit meiner französischen Mitbewohnerin Mathilde runter in die Stadt gelaufen. Bei der Hälfte des Weges in Bo-Kaap ist sie dann abgebogen und ich bin weiter Richtung Meer gegangen. Bei meinem Orientierungssinn ist es ein Wunder, dass ich tatsächlich nur einen Umweg von 10-15 Minuten gelaufen bin, da ich den Weg über die riesen Kreuzung nicht gefunden habe 😀 Das afrikanische Ampelsystem kann man nicht verstehen, weil es absolut keines gibt! Motto ist: Fahr so schnell du kannst, dann kommst du durch und lauf so schnell du kannst, dann kommst du heil am anderen Ende an. Als ich die erste große Straße überqueren musste habe ich so lange auf grün gewartet, dass mir irgendwann ein Straßenfeger zugerufen hat: „Cross the road, Lady! It won’t be better. “ Völlig als europäischer Touri aufgeflogen! Da sich das Bürogebäude am Ende von Dock befindet, war ich darauf vorbereitet, dass ich nicht den normalsten Arbeitsweg habe 😀 Bis hin zum Ziel wird man von einem fischigen Geruch umgeben, da auf der anderen Seite der Gebäude der frische Fisch angeliefert wird. Nach einer Stunde Fußweg kam ich bei dem coolen Praktikumsplatz an 🙂 Mich arbeitet meine deutsche Vorgängerin ein, was mir einen großen Vorteil bringt, um mich dort einzufinden! Der Chef und die anderen Menschen in dem Büro sind auch alle unfassbar nett und zuvorkommend! Ich bin gespannt was die nächsten Monate an Aufgaben und Herausforderungen noch auf mich zukommt.

Auch am zweiten Tag bin ich den Weg zu Fuß gelaufen, aber diesmal mit viel mehr Selbstbewusstsein und Plan! Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diesmal als Südafrikanerin durchgegangen bin.

Morgen ist hier „Heritage Day“ – in der Gesellschaft auch „National Braai Day“ genannt – Übersetzt: Nationaler Barbeque Tag. Anscheinend veranstaltet dann jeder eine Grillparty.

Bald ist es soweit…

… und ich sitze im Flieger Richtung Süden. Auf und davon in den südafrikanischen Frühling nach Kapstadt.

Diesen Schritt trete ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge an. Natürlich freue ich mich auf alles Neue und die Erfahrungen, andererseits lasse ich meine Liebsten zurück. Zum Glück leben wir im Zeitalter der neuen Technologien. Trotz vieler Kilometer die zwischen uns liegen, halte ich euch hiermit auf dem Laufenden und kann mit euch in Kontakt bleiben.

Das erste Wiedersehen wir sogar noch dieses Jahr anstehen, dennn über Silvester bin ich nicht allein. 🙂

Ende Januar sehe ich dann auch endlich meinen Schatz wieder und wir begeben uns auf eine aufregende Reise von Kapstadt über die Garden Route, die Drakensberge, den Krüger Nationalpark bis nach Johannesburg. Ganze 5 Wochen, die wir nur für uns haben, nachdem wir uns 134 Tage nicht in persona gesehen haben, sondern uns lediglich mit einer 2D Ansicht auf digitalen Geräten zufrieden geben mussten.